Argumente zur Netgeneration - Auszug aus "Bologna in Zeiten des Web 2.0: Assessment als Gestaltungsfaktor (Reinmann)"

Wir laden Sie zu einem Lückentext ein. Er führt sie zu einer kritischen Betrachtung von Frau Prof. Dr. Gabi Reinmann zum Begriff Netgeneration oder Netzgeneration und deren Etiketten. Bologna in Zeiten des Web 2.0: Assessment als Gestaltungsfaktor (Reinmann) Arbeitsbericht 16 der Universität Augsburg Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät - Institut für Medien und Bildungstechnologie.
Welches Bild man von den heute hat, hängt natürlich ganz davon ab, ob man sich für die eben zitierten Lebensziele, Werte und Einstellungen (Seite 8 und 9 im Bericht) oder z.B. für das Mediennutzungsverhalten junger Menschen interessiert. Hat man letzteres im Auge, mutieren die Studierenden von heute nämlich zur . Was heißt das? Laut der aktuellen ARD/ZDF Online-Studie (Fisch & Gscheidle, 2006) ist die deutsche Bevölkerung technisch betrachtet durchaus ausgestattet: Der ist fast zur Regel geworden - nicht nur bei Studierenden (Kleimann, Weber & Willige, 2005). Jeder zweite Online-User nutzt bereits und eine wachsende Anzahl, nämlich die , surft mit Flatrate-Tarif, sodass alle Voraussetzungen geschaffen sind, um im angekündigten „Zeitalter des Web 2.0“ technisch mithalten zu können (Fisch & Gscheidle, 2006). umfasst - wie anfangs bereits angedeutet - technische Neuerungen in Form veränderter und Programmierschnittstellen, die tatsächlich Anwendungen erlauben. Web 2.0 meint aber auch die veränderte und des Internets zum persönlichen , zur und sowie zur öffentlichen Darstellung der eigenen Person (vgl. z.B. Panke, 2007; Kerres, 2006). Wer die Merkmale des Web 2.0 besonders rasch erklären möchte, stellt es plakativ dem Web 1.0 gegenüber und postuliert Entwicklungen wie: Vom „Ich bin drin“ zum „Wir sind das Netz“, vom „Surfen“ zum „Posten“, vom „Wissen des “ zur „Weisheit der “, vom „Call by Call“ zum „Always online“.
Nicht der , sondern diese Web 2.0-Merkmale machen letztlich die Netzgeneration aus, zu der auch von heute gehören sollen (vgl. Brahms & Seufert, 2007). Aktuelle Nutzungsdaten können genau das allerdings nicht bestätigen (z.B. Fisch & Gscheidle, 2006):
Zwar ist richtig, dass, wer heute studiert, zu den „“ zählt, weil er mit Medien aufgewachsen ist und diese ganz selbstverständlich für Information und Kommunikation gebraucht. Aber: Weder spielt Web 2.0 eine so große Rolle bei jungen wie oft behauptet oder vermutet, noch lassen sich Annahmen über , , Lernen und andere Eigenschaften der Netzgeneration bei uns feststellen, wie sie von amerikanischen Autoren wie und Diana Oblinger postuliert werden (Prensky, 2005; Oblinger & Oblinger, 2005a und b).
Digitale Medien sind für die heute Studierenden , die sie in ihr Informations- und integriert haben; sie sind . Dass die heute Studierenden gleichzeitig auch und überzeugte Nutzer speziell der Artikulations- und Partizipationspotenziale des Web 2.0 sind, darf jedoch bezweifelt werden: Jedenfalls gibt es keine empirische Belege dafür, dass die mit der Bezeichnung mitschwingenden besonderen () Merkmale speziell im Umgang mit dem Web 2.0 bereits ein Phänomen sind.