Net Generation - Begriffe - Interpretationen
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Wir stellen Ihnen vier Interpretationen vor:
1. Ausmass der Mediennutzung
Wir zitieren Sabine Seufert in ‹Ne(x)t Generation Learning›: Was gibt es Neues über das Lernen?›
Allen Begriffen ist gemein, dass die Mediennutzung ein grosses Ausmass im Alltag der Individuen einnimmt. Einige Begriffe konzentrieren sich dabei auf die spezifische Anwendung einzelner Medien, wie beispielsweise Video Games oder Internetnutzung. Bei den neueren Begriffen wie zum Beispiel Generation C oder Produser steht darüber hinaus auch die aktive Rolle der Nutzer hinsichtlich der Eigenentwicklung von Inhalten im Vordergrund.
Quelle: S. 5 innerhalb Ne(x)t Generation Learning - Wikis, Blogs, Mediacasts & Co. - Social Software und Personal Broadcasting auf der Spur (PDF 2,08 MB)
2. Generationenbegriff
Diana Oblinger und James Oblinger verwenden bewusst den Generationenbegriff. Sie verbinden die Net Generation mit dem Jahrgang und nennen sie ‹Millenials›.
Auch sie meinen jedoch, dass Alter weniger wichtig sei als das Ausmass des Umganges mit Technologien. Sie attestieren einem ‹Heavy User› einer anderen Altersgruppe charakteristische Eigenschaften eines Net Gen.
Quelle: Diana Oblinger und James Oblinger (EDUCAUSE) in Educating the Net Generation Kap.2.9 (2005)
3. Muttersprache oder Fremdsprache
Mark Prensky unterscheidet zwei Gruppen: ‹Digital Natives› und ‹Digital Immigrants›. Digital Natives sind mit digitalen Medien sozusagen als Muttersprache aufgewachsen. Digital Immigrants sind Erwachsene, welche sich mit digitalen Medien auseinandersetzen, sich die ‹Sprache der Neuen Medien› aneignen, sozusagen eine Fremdsprache lernen.
Quelle: Digital Natives, Digital Immigrants PDF 43 KB
4. Rhetorische Scheingefechte aufdecken
Wir haben Bologna in Zeiten des Web 2.0: Assessment als Gestaltungsfaktor (Reinmann), den Arbeitsbericht 16 der Universität Augsburg Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät - Institut für Medien und Bildungstechnologie von Frau Prof. Dr. Gabi Reinmann ausgewählt, weil er ein Gegenargument zu den obigen Interpretationen bildet. Frau Reinmann schreibt auf S. 9:
Zwar ist richtig, dass, wer heute studiert, zu den ‹digital natives› zählt, weil er mit digitalen Medien aufgewachsen ist und diese ganz selbstverständlich für Information und Kommunikation gebraucht. Aber: Weder spielt Web 2.0 eine so große Rolle bei jungen Onlinern wie oft behauptet oder vermutet, noch lassen sich Annahmen über Multitasking, Selbstorganisation, experimentelles Lernen und andere Eigenschaften der Netzgeneration bei uns feststellen, wie sie von amerikanischen Autoren wie Mark Prensky und Diana Oblinger postuliert werden (Prensky, 2005; Oblinger & Oblinger, 2005a und b).
Und auf S. 10:
Digitale Medien sind für die heute Studierenden Werkzeuge, die sie in ihr Informations- und Kommunikationsverhalten integriert haben; sie sind ‹digital natives›. Dass die heute Studierenden gleichzeitig auch virtuose und überzeugte Nutzer speziell der Artikulations- und Partizipationspotenziale des Web 2.0 sind, darf jedoch bezweifelt werden: Jedenfalls gibt es keine empirische Belege dafür, dass die mit der Bezeichnung Netzgeneration mitschwingenden besonderen (mentalen) Merkmale speziell im Umgang mit dem Web 2.0 bereits ein flächendeckendes Phänomen sind.