News 04|02 - Senioren und Seniorinnen in der Informationsgesellschaft
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1.0. Einleitung
1.1. Referentinnen und ihre Themen
1.2. Barrieren zum Internet
1.3. Ideen und Vorschläge
1.4. Forderungen
1.5. Schlussworte
1.6. Digitale Spaltung
1.7. Konsequenzen für Pflegende, Bildungsfachleute
und ...
2. PlusPunkt Websites zum Thema der Tagung
3. SchlussPunkt Kostenlose
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1.0. Einleitung
Im Rahmen des CH21-Impulsprogramm veranstaltete die Arbeitsgruppe ‹Internet für SeniorInnen› in Kooperation mit dem Bundesamt für Kommunikation BAKOM am 17.7.2002 in Bern den ‹Impulstag 50+ - Seniorinnen und Senioren in der Informationsgesellschaft›. Ziele der Tagung waren: Verabschiedung einer Charta der Bedürfnisse/Anforderungen der Aktiven, um die Internetnutzung bei SeniorInnen stärker voranzutreiben und Aktivierung der Vernetzung bestehender Seniorenorganisationen zum Thema Internet über die Sprachgrenzen hinaus. Diese Veranstaltung gehörte, wie die Tagung ‹Frauen in der Informationsgesellschaft› vom Dezember 2001 (wir berichteten im Newsletter vom 25.6.2002) zu der 1998 vom schweizerischen Bundesrat verabschiedeten ‹Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz› mit den vier Grundsätzen: Zugang für Alle, Befähigung Aller, Freiheit in der Ausgestaltung und Akzeptanz. Mehr dazu auf infosociety.ch.
Der Bund engagiert sich nicht nur national, sondern beherbergt im 2003 in Genf den ‹Weltgipfel Informationsgesellschaft› World Summit on the Information Society WSIS. Zweck dieser Konferenz ist es, zu einer gemeinsamen Vision und einem gemeinsamen Verständnis bezüglich der Informationsgesellschaft zu gelangen. Zudem sollen die zu erreichenden Ziele und die dafür benötigten Mittel festgelegt werden.
Zurück zur Tagung: Sie spannte einen weiten Bogen von den Senioren in der Gesellschaft über die Zugangsbarrieren zum Internet für ältere Menschen bis zu konkreten Praxisberichten über Computerias und Forderungen für die Zukunft. Ältere Menschen sollen, wenn sie wollen (und es möchten viele), Zugang zu Informationstechnologien haben.
1.1. ReferentInnen und ihre Themen:
- Frau Dr. Astrid Stuckelberger, Uni Genf, Geneva International Network on Ageing (GINA), Vizepräsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie : Seniorinnen und Senioren in der Informationsgesellschaft und die Bedeutung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien>.
- Angéline Fankhauser, Co-Präsidentin des Schweizerischen Seniorenrats und der Vereinigung aktiver Senioren und Selbsthilfe-Organisationen der Schweiz (VASOS) mit Verein Web für alle/Web pour tous: Zugang und Zugangsbarrieren zum Internet für ältere Menschen.
- Heinz Burgstaller (Bereichsleiter Pro Senectute Kanton Zürich), Hugo Ruetti, Computeriabetreiber, Pro Senectute Kanton Zürich: Seniorinnen und Senioren: Lehren und Lernen - Aufbau und Betrieb von Computerias mit Freiwilligen>, ein Praxisbericht.
- Christian Engweiler, Geschäftsführer SENIORWEB.CH: Möglichkeiten, Sinn und Zweck der Vernetzung von Senioren- und Seniorinnen-Initiativen>.
- Jean-Claude Tintori der Pro Senectute Vaud stellt den Anforderungskatalog für Kursleiter vor.
1.2. Barrieren zum Internet
In Workshops wurden die Themen diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht, Fragen gestellt und Massnahmen formuliert. Einige Voten: Mehr als die Hälfte der älteren Menschen möchte an der Informationsgesellschaft teilhaben, hat Angst, ausgeschlossen zu werden: ‹les sans abris du digital›. Verweigerung ist nicht vom Alter abhängig (Frau Dr. Stuckelberger).
Barrieren gibt es unterschiedlicher Art:
- psychologische: Angst vor der Technologie, Selbstzweifel
- finanzielle: ein Computer kostet meist eine Monatsrente
- räumliche: in den Alterswohnungen und Alters- und Pflegeheimzimmern ist wenig Platz
- technische Barrieren: alte Telefonanschlüsse in den Wohnungen
- geografische Barrieren: Menschen in laendlichen Gegenden kommen schlechter zu Schulung und Support
- Fachjargon und Tempo junger Kursleiter entsprechen nicht den Lernbedürfnissen älterer Menschen: Unterlagen müssen einfach formuliert und gross geschrieben sein
- Fremdwörter und Abkürzungen auf der Tastatur können Hindernisse sein beim Einstieg
- Teilnehmerinnen müssen informiert werden über standardisierte und zusätzliche Hilfsmittel (Seh- und andere Hilfen) und kreativ werden und sein: z.B. Tasten grösser anschreiben
- Die unglaubliche Geschwindigkeit der nötigen Updates stellt eine Barriere dar. Einen alten Computer geschenkt zu bekommen, ist gut gemeint, kann unter Umständen jedoch wieder zur Barriere werden durch viele oder nicht zu realisierende Anpassungen.
1.3. Ideen und Vorschläge
Ein Strauss von Ideen und Verbesserungsvorschlägen wurde gesammelt:
- eine Tauschbörse für Referenten ist vorhanden.
- Helpdesks müssen besser organisiert werden.
- Support am Domizil: Zu den Leuten gehen, ist wichtig.
- SeniorInnen konkret beim Kauf des PCs unterstützen.
- Wenn es mehr Online-Möglichkeiten für die Gesundheit gibt, können eventuell Gesundheitskosten gespart werden.
- eine Modellgemeinde für SeniorInnen mit Internet wird gewünscht.
- Seniorinnen und Senioren haben häufig schon PC-Vorkenntnisse.
- Die Kursangebote müssen bereits nach oben ausgebaut werden
- Es braucht engagierte Gruppen von Instruktoren (nicht zu junge) und Betreuern
1.4. Forderungen
Nach verschiedenen Workshops wurden die Forderungen formuliert:
- an die Gemeinden: physischen Zugang zu Computern ermöglichen (z.B. in Schulen), damit möglichst viele Computerias gebildet werden können
- an die Seniorenorganisationen:Bündelung der Kräfte der einzelnen Organisationen.
- an den Bund: Definition einer Ansprechperson, eines Amt für Senioren im Bund, Lancierung eines ICT-Programmes für Senioren und Behinderte, Unterstützung freiwilliger Hilfe (mindestens die Spesen), bessere Lizenzverträge für Senioren und Seniorinnen.
1.5 Schlussworte
Herr Peter Fischer, Vizedirektor BAKOM unterstrich die Forderungen mit seinen Worten: Es passiert viel. Doch es braucht:
- mehr Computerias
- eine zielgruppengerechte Einstiegsschulung
- Schulung für Fortgeschrittene und eine Schulung der BetreuerInnen der Computerias
- ein didaktisches Konzept für das Lernen älterer Menschen zum Thema Informationstechnologien
- mehr Sicherheit im Internet und Massnahmen gegen Spamming
- Selbstinitiative mit gedeckten Spesen
- Bündelung der Kräfte der SeniorInnen-Organisationen.
1.6. Digitale Spaltung
Ziel der Bestrebungen des Bundes, des WSIS (siehe 1.0 Einleitung) und Ziel aller, die bei der Arbeit mit den neuen Medien u.a. auch ethische Aspekte betrachten, ist, die digitale Spaltung (digital divide) im Auge zu behalten, vorzubeugen, zu verringern, möglichst zu vermeiden.
Was heisst digitale Spaltung, auch digitaler Graben, digitale Kluft, digital divide, genannt? Definition aus ‹eGovernment Glossar der Berner Fachhochschule› (leider nicht mehr online, besucht am 4.5.2007)
Spaltung, digitale (digital divide): Der Begriff digitale Spaltung beschreibt die Tatsache, dass die Gesellschaft in Menschen, welche IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) nutzen und solche, die es nicht tun (können), eingeteilt werden kann. Es liegen drei Hauptursachen für diesen Split vor: die persönliche Befähigung, der Stand der Ausbildung sowie die bestehende Infrastruktur und der entsprechende Zugang.
Zwischen Personen und Personengruppen, die die IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) nutzen und jenen, die dies nicht können, öffnet sich ein digitaler Graben, ein digital divide. Dieser bedroht gewisse Bevölkerungsgruppen mit Ausgrenzung (...). Der ‹digital divide› tut sich jedoch nicht nur zwischen Personengruppen des gleichen Staates, sondern besonders ausgeprägt auch zwischen verschiedenen Regionen der Welt und Industrie- und Entwicklungsländern immer wieder auf.
1.7. Konsequenzen für Pflegende, Bildungsfachleute und .......
Mitarbeiterinnen in Gesundheitsorganisationen spitalintern und spitalextern, in Alters- und Pflegeheimen, in Tagesstätten, usw.
Digitale Spaltung geht uns Alle an....als Tochter, Sohn, Mutter, Vater, Kind, Geschwister, Bewohnerin einer Gemeinde, eines Kantons, dieser Welt, Parteimitglied, Mitarbeiterin einer Schule und im Computerschulungsbereich, Besitzer eines älteren Rechners, usw.
Digitale Spaltung lokal: Ältere Menschen möchten kommunizieren im Netz, E-Mails schreiben, Reisen planen im WWW, sich informieren und weiterbilden im Netz. Internet verschafft ihnen geistige Beweglichkeit und Kontakte, die ihnen wegen körperlichen Einschränkungen sonst nicht möglich wären.
Sensibilisieren wir uns für die Bedürfnisse und Fragen von Senioren,
unterstützen wir sie und: wecken wir ihre Bedürfnisse, machen wir sie <gluschtig>!
Halten wir die Augen offen, um Barrieren zu entdecken oder möglichst wegzuräumen!
Digitale Spaltung global: Am 26.7.02 war in der Neuen
Zürcher Zeitung zu
lesen, dass in den Kriegsregionen des Nahen Ostens Internetverbindungen gekappt
wurden. In diesen Ländern hat
das Internet die Bedeutung eines Fensters in die freie Welt, weil das Kommunizieren
auf der Strasse kontrolliert wird. Endlich ist ein Medium da, das weniger gut kontrolliert
werden kann als gedruckte Medien.
Internetbenutzer haben dort viel grössere Zugangsbarrieren als im Westen:
hohe Kosten der Hardware und der Gebühren, unzureichende Technik, mangelnde
Bildung (Analphabetismus) und eine sehr grosse Benachteiligung der Frauen.
Schärfen wir unsere Wahrnehmung für das Auftreten digitaler Spaltung lokal und global.
2. PlusPunkte
Ergänzende Informationen zu den an der Tagung beteiligten Organisationen:
Die Website der Informationsgesellschaft dient als wichtigstes Instrument zur Information und Kommunikation über die Aktivitäten der Schweiz im Bereich Informationsgesellschaft. Sie finden Grundlagentexte zu den Aktionen und Projekten zur Förderung der Informationsgesellschaft in der Schweiz. Den ausgezeichneten monatlichen Newsletter in PDF lesen wir immer mit Spannung!
Warum es das Bakom braucht, einige Worte aus der Site: Welten vernetzen, Kulturvielfalt sichern, Märkte öffnen, Kommunikation sicher stellen, Meinungsvielfalt gewährleisten. Die Themen der Site sind vielfältig: Radio, Fernsehen, Telecom, Funk, Glossar, Newsletter, Links, Medienmitteilungen, mit einer Suchfunktion, viersprachige Website.
vernetzt Personen und Institutionen, die an der Erforschung von Alterungsvorgängen engagiert und in der praktischen Altersarbeit und -pflege tätig sind. Die SGG-SSG ist, gemessen an der Schweizer Bevölkerungszahl, weltweit eine der grössten gerontologischen Gesellschaften. Sie finden auf der Website ein Forum, Fachtagungen, nationale und internationale Links, ein sehr interessanter Veranstaltungs- und Weiterbildungskalender, Adressen für Fortbildung im Gerontologiebereich, dreisprachige Site. Definition Gerontologie:
Unter diesem Begriff werden alle Disziplinen zusammengefasst, die sich in Forschung und Praxis mit den körperlichen, psychischen und sozialen Vorgängen im Laufe des Alterns befassen>. (Auszug aus der Website).
ist eine nationale Dachorganisation von Gruppierungen aktiver Seniorinnen und Senioren. Sie setzt sich zum Ziel, die soziale Stellung der älteren Generation zu verbessern, setzt sich für die Partizipation der älteren Generation, für generationenübergreifende Projekte und Dialog ein, fördert Selbsthilfe.
ist eine Initiative zur Bündelung und Förderung aller Aktivitäten und Programme, die die Schweiz in der Informations- und Kommunikationstechnologie einen Schritt weiterbringen. CH 21 ist auf 24 Monate beschränkt (Ende 2002). Sie können Mitglied werden, in Arbeitsgruppen Projekte bearbeiten und ein eigenes Projekt eingeben, um am Wettbewerb teilzunehmen.
Das sozial- & gesellschaftspolitische Portal von und für die Generation 50+ generationenverbindend und mitten drin - statt daneben, seit Juni 2002 ein Verein, ein wichtiger Treffpunkt für Senioren und Seniorinnen mit Newsletter, Chat, Gratulatorium, Ratgeber, Liste von Computerkursen, vielen weiterführenden Links, eine dreisprachige Site. Auch der Newsletter ist in drei Sprachen zu abonnieren.
Computeria
setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern Computer und Cafeteria.
Computerias haben den gemeinsamen Leitgedanken der Selbsthilfe unter älteren
Menschen. Jede Computeria ist selbständig und hat eigene Angebote.
Die eine Computeria bietet Referate zu einem Computerthema an mit
anschliessender Diskussion. Anderen ist das konkrete Üben am
PC in Begleitung von Fachpersonen oder geschulten freiwilligen Mitarbeiterinnen
Hauptanliegen. Wieder andere bieten zuerst Kurse an und anschliessenden
regelmässigen Support.
Auf der Website werden alle bisherigen Computerias in der Schweiz vorgestellt.
Es gibt einen Chat, den Link zum Seniorweb und PC-Tipps.
Genf
wird im Jahre 2003 den Weltgipfel über die Informationsgesellschaft
beherbergen. Aus der Website: Weshalb ein Gipfel? Die heutige
Welt erlebt eine richtige Metamorphose, in der die Informationsgesellschaft
des 21. Jahrhunderts an die Stelle der uns bekannten Industriegesellschaft
des 20. Jahrhunderts tritt. Auf Grund der Liberalisierung der Telekommunikation,
der rasanten Entwicklung des Internets und der Fortschritte im
Bereich der elektronischen Medien stehen Informationen heute in
einer nie zuvor da gewesenen Menge zur Verfügung. Die Geschwindigkeit,
mit der sich diese neue Gesellschaft mit ihren neuen, bisher unbekannten
Informations- und Kommunikationstechnologien entwickelt, stellt
für alle Länder eine
grosse Herausforderung dar
.
stellt sich in den Dienst der älteren Generation. Sie finden alle Dienstleistungen, Sektionen, Altersorganisationen, Link zum Weiterbildungsprogramm der Pro Senectute und zur Schule für Angewandte Gerontologie (SAG), eine sehr grosse Anzahl katalogisierter Links, eine Fundgrube.
3. SchlussPunkt:kostenlose Abonnent/in sein?
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