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Plattform - Rezension 06

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EinBlick ins Gehirn - Moderne Bildgebung in der Psychiatrie

Braus 2004, Thieme Verlag, Stuttgart/D

Rezensent: Christopher Kahl, Lehrer und Autor, Joggelacker 11, 5210 Windisch

Die sprunghafte Entwicklung der klinischen Neurowissenschaften in den letzten Jahren, nicht zuletzt dank der neuen Techniken im Bereich hochauflösender funktioneller Bildgebungsverfahren, ermöglicht den schärferen (Ein-) Blick in die Funktion des Gehirns und versucht, die Prinzipien der Arbeit des Nervensystems besser zu verstehen.

Entstanden ist das lesefreundliche Werk aus einem Kompaktseminar, das zum Ziel hatte, eine Einführung und eine aktuelle Standortbestimmung zur modernen Psychiatrie zu bieten; es will einführen, thematisieren, erklären und suchen.

Die mittlerweile unüberschaubar grosse Anzahl der Bildgebungsstudien in der Psychiatrie veranlasste den Autor, sich auf wenige, aber sehr wesentliche, hochrangig publizierte Arbeiten zu stützen und diese als Grundlage für eine spannende und verständliche Auseinandersetzung mit selektiven Themen zu nehmen.

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Die Kapitel:

  1. Entwicklung und Funktion der Bildgebung in der Psychiatrie
  2. Neuroanatomie: ›Für die Psychiatrie wichtige Solisten im Konzert der Hirnfunktion›
  3. Plastizität
  4. Methoden zur Darstellung der Hirnfunktion und Biochemie
  5. Aktuelle Aspekte der Bildgebung in der Psychiatrie
  6. Bildgebung und Psychopharmaka inkl. Plazeboeffekt
  7. Zusammenfassung und Ausblick
  8. Sachverzeichnis

Im Anschluss an die 112 kompakten Seiten folgt das übersichtliche Sachverzeichnis. Jedes einzelne Kapitel beginnt mit einem prägnant gewählten Zitat und endet mit sehr ausführlichen und hilfreichen Literaturangaben für den darüber hinaus interessierten Leser.

Didaktisch hervorragend sind zum einen die Auswahl und Plazierung der Aufnahmen, prioritär aus der modernen Bildgebung (s. anschliessende Übersicht), zum anderen verdeutlichen Graphiken und Tabellen eindrucksvoll und klar das Gelesene und sprechen verschiedene Kanäle beim Betrachter an; der äusserst komplexe Inhalt wird ungleich besser aufgenommen und behalten als bei der Bedienung etwa nur eines Kanals.

Eine Auswahl der im Buch beschriebenen Bildgebungsverfahren:

Fazit: für den Psychiater ein Muss, für fachkundige interessierte Leser aus den Bereichen Medizin, Pädagogik, Psychologie, Soziologie und Biologie stellt dieses Buch eine wertvolle Basis zur Erkundung eines faszinierenden und höchst innovativen Kapitels der Neurowissenschaften dar.

Braus selbst zitiert Norman Mailer:

Forschung läuft fast immer darauf hinaus, dass es plötzlich mehrere Probleme gibt, wo es früher nur ein einziges gegeben hat.

Dem ist nichts hinzu zufügen.

Christopher Kahl, im September 2007