Geschichte und Konzepte
Geschichte, Patientenedukation
und Patientenkompetenz damals und heute ist Thema dieser Seite. Wir stellen
alte und neue Konzepte der Arzt- und Patientenbeziehung vor, welche Rollen
der Patient darin einnimmt und wie sich Patientenedukation entwickelt hat.
Patientenkompetenz damals und heute
alte und neue Patientenrollen
4 Ebenen des Patientseins und 4 Ebenen der Patientenkompetenz
vom benevolenten (gütigen)
Paternalismus zu «shared decision making» und «informed consent»
Patientenedukation - Geschichte
und wesentliches Merkmal
Patientenkompetenz damals und heute
- 460-375 v. Chr. Hippokrates: Der Arzt muss nicht nur bereit sein, selbst
seine Pflicht zu tun, er muss sich auf die Mitwirkung des Kranken, der
Gehilfen und Umstände sichern.
- 1493-1541 Paracelsus: Die Kraft des Arztes liegt im Patienten.
- 1883-1969 Karl Jaspers: Der Patient braucht die Freiheit, die medizinische
Ordnung zu durchbrechen. 13, 72 S.
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alte und neue Patientenrollen
- 1960 Der bevormundete Patient
- 1970 Der informierte Patient
- 1980 Der mündige Patient
- 1990 Der autonome Patient
- 2000 Der kompetente Patient 13, 72 S.
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- Begriffe für «Patient»: Laie, Versicherter, Konsument,
Kunde, Verbraucher, Nutzer, Bürger. 2 S. 23.
4 Ebenen des Patientseins und 4 Ebenen der
Patientenkompetenz
- Der individuelle Patient - eigene Krankheitsbewältigung, Familie
- Ebene SELBSTKOMPETENZ
- Der auf den Arzt bezogene Patient - gemeinsame Entscheidungsfindung
(statt paternalistischer Be-Handlung) -
Ebene BEZIEHUNGSKOMPETENZ
- Der soziale Patient - Integration in Selbsthilfegruppe, Mit-Teilen,
Toleranz, Akzeptanz -
Ebene SOZIALKOMPETENZ
- Der demokratische Patient - Mitwirkung bei der Systemgestaltung -
Ebene DEMOKRATIEKOMPETENZ. 14
vom benevolenten (gütiger) Paternalismus
zu «shared decision making» und «informed consent»
- benevolenter Paternalismus = Patient als Objekt. Der Arzt verordnet,
der Patient befolgt (Compliance)
- Shared Decision Making = Patient als Partner.
Der Arzt informiert, auch über zusätzliche Informationsquellen
und Hilfen und bietet einen Prozess gemeinsamen Entscheidens an. Der Patient
lässt sich Zeit, holt eine zweite (und dritte) Meinung ein und entscheidet
zum selbstgewählten Zeitpunkt
- Informed Consent, Business-Modell = Patient als Kunde. Der Arzt informiert,
wirbt, bietet an. Der Patient entscheidet, meist unmittelbar nach der
Aufklärung. 14.
Zur Geschichte von «Informed Consent» ist ebenfalls interessant: 12.
In der Forschung findet ein Austausch der Begriffe Compliance durch den
Begriff Adhärenz und Konkordanz statt. Neue Modelle «informed consent» und «shared
decision making» lösen
alte ab. Sind es nur Neuetikettierungen, alter Wein in neuen Schläuchen,
oder hat wirklich ein Paradigmawechsel stattgefunden? 11 S.
12.
Patientenedukation - Geschichte und
wesentliches Merkmal
Obwohl die Patienten-Edukationsbewegung über 35 Jahre alt ist, entwickelte
sie sich wegen des Paternalismus langsam. Die Bewegung im Gesundheitssystem
zu Managed Care Modellen hat der Einführung von Patienten-Edukation
in die Pflege Aufschwung gegeben.
- Ende des 19. Jahrhunderts / Beginn des 20. Jahrhunderts: Patienten
erhielten Pflege von ihren Angehörigen zu Hause.
- Pflegende machten Hausbesuche und lehrten Patienten und Familien zu
Sauberkeit, Hygiene und Pflege des Kranken.
- Ende 60er und Beginn der 70er Jahre: Patientenedukation wurde «erwachsen».
Experten führten die verstärkte Bedeutung der Patientenedukation
auf verschiedene Faktoren zurück: weltweiter Fokus auf Gesundheit,
Entwicklung der Rehabilitation nach dem zweiten Weltkrieg mit einem enormen
Lehr- und Lernbedarf, Zunahme der Langzeiterkrankungen und Behinderungen,
die durch Patienten und Familien bewältigt wurden und ein Wechsel
in der Haltung zu Autoritäten, inklusive Ärzten. 1 unter »The Growing Need for Patient Education - What is patient education?«
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