Internet für die Patientenedukation nutzen
Internetressourcen und neue Medien allgemein sind wertvolle Instrumente
in der Patientenedukation, wenn Sie diese kompetent nutzen.
Wir informieren über die letzten Ergebnisse der
Internetnutzung in den USA. Anschliessend
beschreiben wir Vor- und Nachteile des Internets
bei Gesundheitsinformationen und geben Tipps, wie Sie das Internet
gezielt für Beratungsaufgaben
nutzen.
Internet - Die Nutzung
Die Umfrage in «Pew Internet & American Life Project - Health
Information online» (Report von 2005) zeigt: 8 von 10 Internetusern
suchen Gesundheitsinformation im WWW mit verstärktem Interesse (gegenüber
2002) an Diät, Fitness, Medikamente, Versicherungen, experimentelle
Behandlungen, Arzt- und Spitalsuche. Sie nennen dafür folgende Gründe:
- es gibt immer mehr UserInnen mit einer grösseren Anzahl Jahren
Netzerfahrung. Sie benützen
mittlerweilen das Internet nicht nur für ein ganz spezielles Informationsbedürfnis,
sondern täglich und für alle möglichen Zwecke. Es ist
zum Werkzeug geworden.
- die Zahl der Breitbandzugänge hat zugenommen. User mit schnellen
Verbindungen surfen mehr und länger.
- das Angebot an Gesundheitsinformationen im Netz ist enorm gestiegen.
Beispiel einer Sucheingabe bei Google am 01.05.2006: «Gesundheit» Ergebnisse:
177.000.000 Seiten auf Deutsch
- Regierungswebsites in Amerika weisen die amerikanischen Bürger
zur Sorge um ihre Gesundheit (Gewichtsmanagement) hin 56.
Vorteile des Internets
- Seit einigen Jahren haben sehr viele Menschen freien Zugang zu vertieften
2007-09-20er Gesundheit,
verschiedenste Gesundheitsprobleme und Tipps zum Gesundbleiben.
- Patienten können sich selbständig vielfältige Information
verschaffen und lernen.
- Informationen sind aktuell, meist gratis.
- Kommunikation im Netz ist anonym möglich und bietet eine niedrige
Hemmschwelle für Fragen, Diskussionen.
Nachteile des Internets
- Jede Person kann im Internet publizieren. Gute Angebote liegen neben
schlechten.
- Patienten können häufig nicht gute von schlechten Angeboten
unterscheiden.
- Fehlinformationen können zu übertriebenen Ängsten führen
(siehe Cyberchondriacs
im Glossar), oder Patienten glauben der Information im Internet unkritisch.
Für Sie ist dies Aufgabe und Potenzial. Immer mehr
Patienten kommen mit ungefilterter Internetinformation in die Beratung.
Internet gezielt für Beratungsaufgaben nutzen
Sie
- stellen beim Assessment bereits
Fragen zu den Erfahrungen mit Information aus dem Internet und schätzen
die Internetkompetenz des Patienten ein
- dosieren Materialien aus dem Internet je nach Lernbedürfnis /
Lernstil. Beispiel: Ein Blunter ist mit Internetinformation meist überwältigt,
währenddessen ein qualitativ gutes Internetangebot den grossen Informationshunger
eines Monitors stillt. mehr zu Blunter und Monitors im Glossar
- beraten Patienten in der Wahl von Gesundheitswebsites und machen konkrete
Angebote. Beispiele dazu bei den Links
Lernprogramme und Checklisten und WWW-Initiativen
fördern Patientenkompetenz
- diskutieren mit Patienten über die gefundene Information.
- sind in der Lage, die Qualität von Gesundheitswebsites zu beurteilen:
mehr dazu in 67.
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