Podcasting - Links Bildung
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Ein Podcast-Projekt am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie hören Podcasts zu Medienkompetenz, Präsentationstechnik, Vor- und Nachteile von Podcasts, Second Life, e-Kompetenzen und Hinweise auf Bildungsveranstaltungen in anderen Studienbereichen.
Evaluation des Projektes ‹Gratis iPods für StudienbeginnerInnen im August 2004 an der Duke Universität›. Die Evaluation beinhaltet den Einsatz von iPods bezüglich Studiengebiete, Einsatzzweck, Leistungen, Barrieren und Probleme, Auswirkungen auf die Bildunginstitution. Es rollt die Geschichte und die Implementation des Projektes nochmals auf und beschreibt den Evaluationsprozess. Ausserdem detaillierte Ergebnisse und eine Aufzählung verschiedenster Projekte.
Es werden fünf Einsatzarten beschrieben:
- Verteilen von Kursinhalten: Zugang zu Vorlesungen, Liedern, historische Reden, Fremdsprachen
- Aufnahmen im Klassenzimmer: Vorlesungen, Klassendiskussionen und verbales Feedback
- Aufnahmen ausserhalb des Klassenzimmers: Exkursionen, Interviews, Umgebungstöne
- Support Tool: wiederholtes Hören und Repetieren von Audioinhalten, Musik, Audiobüchern, Wortlisten
- Harddisk: einfacher Transfer und Sicherungsmöglichkeit von grösseren Multimedia-Files
Weitere Einsatzgebiete:
Studienrichtungen: Musik, Kunst, Literatur, Sozialwissenschaften, Theaterstudium, Theologie, Ökonomie, Anthropologie, Pädagogik, Computerwissenschaften, Umweltschutz, Philosophie,
- Lehrpersonen kreieren Playlists auf iTunes für den Musikunterricht
- fremdsprachige Studierende lernen in ihrem Tempo eine Vorlesung
- Vorlesungen und Klassendiskussionen sind hilfreich für Examensvorbereitungen
- wiederholtes Hören von Vorlesungen sind sehr beliebt und haben Auswirkungen auf Lernergebnisse
- Kunstprojekte
- Hörspiele
Nachteile / Barrieren
- Qualität: häufig schlecht, grosser Aufwand für Korrekturen oder neue Produktion
- Schwierigkeiten, gute Inhalte ausserhalb der eigenen Fakultät zu finden oder Lizenzen für solche zu erhalten
- zu wenig Übungsmöglichkeiten und Tools für die Herstellung von Podcasts
- zu einem kleinen Teil mangelnde Kenntnisse zu Funktionalitäten und Einsatz in der Bildung des iPods unter Fakultätsmitglieder und Studierenden
- manche Lernende hatten Probleme beim Transfer der Daten vom iPod zum Computer
positive Ergebnisse
- Die Unabhängigkeit von physischen Materialien, Bibliotheken und Laboratorien bedeuten Komfort für Fakultät und Studierende
- Studierende zeigten sich engagierter in Klassendiskussionen, Exkursionen und unabhängigen Projekten
- erweiterter Support für individuelle Lernbedürfnisse
- nützlich in Peer-to-Peer-Interaktionen
- Analyse, Reflexion und Verbesserung
- iPod erhöhte dank des flexiblen und offenen Gebrauchs die Frequenz und die Tiefe der Interaktion der Studierenden mit den Kursinhalten
- ‹Audacity› war ein beliebtes und einfaches Tool
- Studierende kreierten eigene Vokabular-Listen auf dem iPod für das Lernen und die Repetition in Sprachkursen
- Andere nahmen sich selbst auf (Stimme, Singen, Sprache, Instrumente) für
die Analyse, Reflexion und Verbesserung ihres Studiengebietes
- MusikstudentInnen lernen mit selbst aufgenommenen Musikstücken
- Aufnahmen von erlebten Musikstunden für die Repetition, Analyse und Reflexion
Auswirkungen auf die Institution
- vermehrte Kollaboration und Kommunikation in Supportgruppen der Fakultät. Mängel waren Anstoss für breitere Planung und Verbesserung von Infrastruktur und Leistungen
- signifikante Publizität / erhöhte Sichtbarkeit der Duke Universität durch das Projekt: es ergaben sich viele Kontakte, Partnerschaften und Zusammenarbeit mit anderen Bildungsinstitutionen, Publizierenden und Anbietern von Hard- und Software
- förderte die Kommunikation innerhalb der Fakultät und Studierenden über die beste Rolle für Technologien in der Bildung, klärte Bedürfnisse und förderte neue Projekte
lernundenter: Diese Erfahrungen sind bereits auch Geschichte des Podcastings in der Bildung. Es zeigt den vielseitigen Einsatz und bietet Ideen. Verbesserungswürdig sind heute noch: das Finden professioneller Inhalte, respektive das Öffnen und zur Verfügung stellen guter Inhalte über Institutionen hinweg und der Support.
‹How to Implement Podcasting as a Didactical Method for Teaching and Learning Purposes at a University of Technology› von Walther Nagler, Anna Saranti, Martin Ebner. Original printed in: Proceeding of World Conference on Educational Media, Hypermedia and Telecommunications (ED-Media), 2008, p. 3858-3863. Notizen aus den Inhalten:
Einführung: ‹Podcast is no hype›. Definition von Podcasts und eine kurze Geschichte von Podcasting. Die Verwendung von Podcasts wird zunehmen und ein Feld für Lebenslanges Lernen und Höhere Bildung werden.
Podcast-Didaktik an Universitäten: Podcasting für Universitäten verlangt ein komplettes didaktisches Szenario (Inhalte, Ziel, Dauer, Zielgruppen). Ausserdem müssen verschiedene Settings definiert werden.
Risiken von Podcasting an Universitäten: Fehler bei den Aufnahmen und bei der Nachbearbeitung, fehlende Sequenzen, lange Sequenzen ohne Suchfunktion (Aufteilen in verschiedene Episoden löst das Problem nicht wirklich).
Vorteile für die Bildung für StudentInnen und Lehrpersonen:
- Live-Charakter der Vorlesung
- StudentInnen schätzen es, beim Lernen nach einer Vorlesung auf die Wörter zwischen den Zeilen zu horchen.
- Sie können die Vorlesung wiederholt hören.
- Verpasste Vorlesungen können nachgeholt werden.
- Vorlesungen hören bei vollbesetzten Studiensälen.
- Learning on demand: dann, wenn der / die Lernende es möchte (Zugfahrt, Tram, beim Warten usw.).
- Möglichkeit für die Lehrperson, die Qualität der Vorlesung (Sprache, Erklärungen usw.) zu reflektieren.
- Vorteil für sehbehinderte Studierende
- Gefühle und Echtheit können im Podcast intensiver ausgedrückt werden als im Textformat und können Lernende besser erreichen (auch in Distance Learning). Die menschliche Stimme hat einen grossen Einfluss auf die Bedeutung von Inhalt.
- Aufgenommen zu werden kann zu mehr Selbstkontrolle bei Lehrpersonen führen.
Podcasting an der TU Graz:
- Wahl der Software für die Aufnahme und Bearbeitung, Hardware
- wichtige Fragen vor der Aufnahme: Support, Format des Outputs, beteiligte Personen, Ort der Aufnahme, Überprüfung des Aufnahmeortes notwendig, welche Publikationsorte? Dazu ein paar Tipps: immer Popp-Schutz für das Mikrophon benützen, Mikrofon überprüfen: Sitz, angepasst an den/die SprecherIn, ein kurzer Check nach der Aufnahme
- Bearbeitung und Publikation: Die Bearbeitung kann viel Zeit beanspruchen, wenn die Audioqualität nicht so gut wie erwartet ist. Die TU Graz publiziert in sechs verschiedenen Formaten: AVI XviD (für Linux), M4V (iPod, iTunes und Linux), MP3, FLV (Flash für die Navigation), HTML, und PDF. Die Vorlesungen eines Jahrgangs stehen ein Jahr zur Verfügung. Es folgen Podcast-Beispiele an der TU Graz
- Evaluation: Podcasting ist hoch akzeptiert und wird noch mehr gewünscht von den Studierenden. Die Qualität wurde als gut befunden. Technische Probleme gab es kaum.
- Schlussfolgerung: Ohne Zweifel können Video- und Audiofiles Vorlesungen verbessern (Hinweis auf Literatur). Podcasts als Online-Phase bei Blended Learning - konkret: vorbereitend zu Präsenzphasen Inputs als Podcasts hören. Didaktische Konzepte für den Einsatz in der höheren Bildung würden noch in den Kinderschuhen stecken. Der technische Support für eine grosse Anzahl von Podcasts ist eine Herausforderung für die Zukunft. Dies gilt auch für Suchmöglichkeiten innerhalb von Podcast-Files und die Verbesserung der Usability.
via e-Learning-Blog
von Dipl.-Päd.Mag. (FH) Frank Weber FH Vorarlberg / eLearning Lab (2006). Link zur Einführungsseite: FH Vorarlberg Learning Support: Podcasts Vortrag. Inhalte sind:
Begriff ‹Podcast› und Geschichte des Podcasts mit den Persönlichkeiten Adam Curry und Dave Winer
Varianten: Podcasts, Vodcasts, Vloggs, Enhanced Podcasts, Screencasts
Begründungen für die rasante Verbreitung: Downloadmöglichkeit, RSS-Feed, Zunahme der Breitbandverbindungen, Multimediafähigkeit der Computer, Nutzung von mobilen Abspielgeräten, das Internet allgemein und die Bevölkerungsgruppe der 14-29-jährigen, welche auch die wichtigste Zielgruppe für Podcast-Produktionen darstellt. (Abb 1. im Dossier), einfache Nutzung, geringer Produktionsaufwand (technisches Know How + Kosten)
= ‹...its doing for audio what blogs
did for text›
aus ‹Trend:
Podcasting in Academic and Corporate Learning›
Produktionsschema aus ‹Podcasting: Schritt für Schritt erklärt›
Anwendungszenarien: Sprachen, Musik, z.B. Vogelstimmen in der Biologie, Herztöne in der Medizin, Experteninterviews, Kunstvermittlung, Aufgabenstellungen, als Begleitung eines Forums oder eines Website.
Podcast darf nicht nur als Einweg-Medium gesehen werden. Dies bedeutet, dass die Studierenden nicht nur durch das Konsumieren, sondern auch durch das Produzieren von eigenen Podcasts einen neuen Weg des Lernens beschreiten können.
der Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg. Die Themen: Konstruktivismus (Glasersfeld, Varela), Lernen an der Universität, Hintergründe zu Podcasts, Podcast in der allgemeinen Erwachsenenbildung, in der beruflichen Weiterbildung, informelles Lernen. Das Blog wird ergänzt mit einer umfassenden und kategorisierten Linksammlung. via netzlernen - Podcasting.
Practical Solutions in for Podcasting in Education.
lernundenter: Der Podcasting-Guide (192 Webseiten, September 2007) ist hervorragend. Er eignet sich als Tutorial zum selbst lernen, ist illustriert mit 140 Bildern, konkret, sehr detailliert. Er beginnt mit dem Ausräumen der Meinung, ein Podcast müsse mit einem i-Pod gehört werden, fährt weiter mit der Geschichte von Podcasting und beinhaltet diese Themen. Nachteile, Probleme und Schwierigkeiten werden nicht ausgespart. Die Arbeit mit Audacity wird ausführlich beschrieben. Die Inhalte zu Hardware sind technisch sehr detailliert und können eine Beginnerin unter Umständen abschrecken. Das Tutorial ist englisch. Zahlreiche Quellen für weiterführendes Lernen sind vorhanden. Es gibt ebenfalls das Blog PoducateMe zur Website, das jedoch nicht regelmässig aktualisiert wird. Der Guide kann gratis als PDF online betrachtet werden.
Podcasts für (Hoch)Schule und Unterricht von Prof. lic. phil. I Martin Hofmann, Pädagogische Hochschule des Kantons St.Gallen (Schweiz), Kompetenzzentrum Bildungsinformatik und Medienpädagogik (ICT-Zentrum). Einige Beispiele: Kopfrechnen, Lernpsychologie, Gitarrenstunde, Märchen, Hörspiele, Interviews, Unterrichtsreflexionen. Schoolpodcast@PHR zeigt Möglichkeiten, wie mit Podcasts Unterricht abwechslungsreicher und aktueller gestaltet werden kann. Sie können sich über die Ziele des Autors informieren und finden viele Links zum Thema Podcast. Manche Podcasts sind in Schweizer Dialekt.
lernundenter: Studierende der Pädagogischen Hochschule Rohrschach (PHR) in der Schweiz produzieren Podcasts. Sie lernen dabei inhaltlich (ein Thema für Lernende bearbeiten, Reflexion von Unterricht), fördern ihre Medien- und Sprachkompetenz. Beim Anhören einiger Beispiele ist auch der Spass bei den ProduzentInnen spürbar. Wir empfehlen für Ihr vertieftes Interesse besonders den Link des Autors zu Podcast in Education von Thomas Stierli. Sicher werden Sie, ausgehend von seiner HomePage BullinoWiki noch viele spannende Entdeckungen machen.
von Eva Kaplan-Leiserson, Learning Circuits (2005). Inhalte: Begriff Podcasting, Gründe für die Popularität, Konsequenzen für die Bildung, iPods an der Duke Universität in 2004 mit einer Evaluation, Fragen und Antworten und Podcasting in Unternehmen. Der Begriff Podcasting wird (erweitert) erklärt:
eine Verbindung der Begriffe iPod, der populäre Musicplayer von Apple und Broadcasting (deutsch = Rundfunk), wobei iPod eine Fehlbezeichnung ist: Podcasts sind digitale Audioprogramme, welche von HörerInnen via RSS (Really Simple Syndication) abonniert werden und auf verschiedenen Abspielgeräten inklusive Computer gehört werden können.
Semantisch: Audiodateien auf einer Website sind nicht noch keine Podcasts. Das Abonnement per RSS und der automatische Download gehören dazu.
Weshalb ist Podcasting so populär geworden?
- Podcasting erreichte das Gleiche für Audio wie Blogs für Text. Sie sind relativ einfach und günstig herzustellen. RSS ermöglicht abonnierten HörerInnen, automatisch über neue Beiträge benachrichtigt zu werden, ohne immer wieder die Website oder das Blog aufzusuchen.
- Podcasts können auf einem Computer gehört werden oder auf einen portablen Player, Pocket PC oder Mobiltelefon transferiert werden.
- Die Mobilität und das Hören auf Wunsch sind Schlüsselelemente von Podcasting: HörerInnen können hören, was, wann und wo sie möchten: unabhängig von einem Computer, unterwegs, während anderer Tätigkeiten. In diesem Sinn kann Podcasting als eine Variante von ‹mobile learning› gesehen werden.
Konsequenzen für die Bildung
Audiodateien hören ist kein Ersatz für Lesen, Präsentationen sehen und hören und die vielen anderen Arten, Informationen aufzunehmen. Es kann diese Methoden erweitern. Podcasting
- unterstützt auditive LernerInnen
- ist ein weiterer Zugang, Material zu verarbeiten, zu reflektieren. z.B. als Ergänzung zur Vorlesung: Podcasts können die Angst vermindern, an der Vorlestung etwas verpasst, missverstanden oder nicht genügend Notizen geschrieben zu haben. Die Podcasts können jederzeit zur Repetition oder zur Vorbereitung für Tests wieder gehört werden.
- unterstützt fremdsprachliche StudentInnen bei Vorlesungen zur Repetition und bei Verständnisfragen.
- kann Feedback von Lehrpersonen an Lernende sein: z.B. Feedback auf Gruppenpräsentationen. Peer-zu-Peer-Feedbacks sind ebenfalls möglich.
- Lehrpersonen überprüfen beim Hören ihrer Podcasts ihren eigenen Lehrstil, ihre Rhetorik, ihre Kommunikationskompetenz. KollegInnen und Vorgesetzte können Podcasts aus dem Unterricht der Lehrpersonen abonnieren (lernende Organisation!).
- als zusätzliche Lerninhalte: Experteninterviews, Vorlesungen.
Q+A: Podcasting in Unternehmen
Aus dem Interview einige wichtige Antworten von Anders Gronstedt der Gronstedt Group:
- Mit Podcasting verringern sich hohe Kosten für das Brennen und weltweitem Verteilen von Audio-CDs.
- MitarbeiterInnen sind unabhängiger geworden durch die mobilen Inhalte.
- Die Grenzen sind klar: Podcasting ist linear und Einwegkommunikation. Darum muss es integriert werden in Blog, Online-Simulationen oder anderen interaktiven Kanälen.
- Unternehmen können starten mit dem Upload von MP3-Dateien in ihr Intranet. MitarbeiterInnen können diese auf ihr bevorzugtes Gerät downloaden.
- Wichtig sind engagierte und unterhaltsame PodcasterInnen. Es geht nicht darum, theoretische Inhalte trocken zu präsentieren, sondern: interessant, im Gesprächston, unterhaltend.
- Viele MitarbeiterInnen hören die Job-Podcasts auf dem Arbeitsweg, auf dem Weg zu KundInnen oder am Arbeitsplatz bei kurzen Zwischenzeiten.
- Es ist Mobile Learning, das Sinn macht.
- Das Potenzial von Podcasting und Mobile Learning allgemein ist in Asien und Europa grösser als in den USA, weil mehr Mobiltelefone mit MP3-Players ausgerüstet sind und die Dichte von Mobiltelefonen in manchen Ländern bis zu 100% ist.
lernundenter: Es gibt im Artikel Hinweise auf Margaret Maag an der Universität von San Francisco School of Nursing. Sie macht sich seit längerem stark für das Lernen mit Blogs, eLearning, Lernen mit neuen Technologien (siehe in unserem Dossier Pflegeblogs - ein Fenster für die Pflege - Konsequenzen). In 2005 und 2006 hat sie mit Podcasts gearbeitet und darüber publiziert. Leider haben wir keine aktuellen Podcasts gefunden, jedoch ihren Hintergrundartikel iPod, uPod? An emerging mobile learning tool in nursing eduation and student's satisfaction PDF 560 KB, 2006.
