Fokus Bildung - Pädagogik für den Umgang mit IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien)
Beispiele
«to use ICT to learn» ist der Grundsatz: Anwendungsbereiche
Bedeutung für Lehrer und Lernangebote: Forderungen
für die Pädagogik
Was WWW-Projekte alles beinhalten und weitere Tipps:
WWW-Projekte
Anwendungsbereiche
Dr. Pierre-Francois Coen, Universität Freiburg, beschreibt
in seinem Artikel «ICT und Bildung, Beitrag der ICT zum Lernen»
6 prüfenswerte Anwendungsbereiche:
- ICT zum Üben
- ICT, um die Arbeit nachzuvollziehen, zu speichern und zu aktualisieren
- ICT zur Aufwertung von Projektergebnissen
- ICT zum Spielen mit Raum und Zeit
- ICT zum Suchen, Bearbeiten, Strukturieren und Zusammenfassen
von Informationen
- ICT zum Hinterfragen von Vorstellungen.
Grundsatz dabei ist immer: to use ICT to learn - das Lernen ist
im Vordergrund
Forderungen für die Pädagogik
- Der Lehrer wird zum «facilitator». Er organisiert Lernsituationen
und bedient sich der ICT, damit der Schüler sich das Wissen
selber aneignen kann.
- Internetangebote müssen pädagogisch so aufgearbeitet
werden, dass sie auch, jedoch nicht nur zum oberflächlichen
Surfen benutzt werden. Dies erfordert eine Vorstellung darüber,
welche kognitiven Prozesse sich vernetztes Lernen zunutze macht.
- Es braucht ein fachlich und didaktisch begründetes Konzept
für die Entwicklung von Angeboten, für den Aufbau von
Lernumgebungen und die Anleitung zum Selbstlernen.
Grundsätzlich:
«Die sinnvolle Integration der Technologien verlangt deshalb in
Zukunft vor allem eine Ausbildung der Unterrichtenden (Larose, F.
& Karsenti, T. (200): La place des TIC en formation initiale
et continue. Sherbrooke: Edition du CRP. Anmerkung: TIC = Technologies
des Informatiques et de Communications oder Informations- und Kommunikationstechnologien).»
«Schliesslich muss man sich darüber im Klaren sein,
dass die Integration der ICT nicht nur wirtschaftlichen Überlegungen
folgen sollte, sondern langfristig auch zu einer pädagogischen
Praxis und einer ernsthaften Infragestellung dessen führen
muss, was den Wertvorstellungen von Schule und Gesellschaft zurzeit
entspricht» (Dr. F. Coen).
WWW-Projekte - einige Gedanken
- Die Bildschirmarbeit isoliert die Benutzer nicht mehr in einer
abgeschlossenen Welt. Im Gegenteil. Benutzer können sich durch
eine eigene Website selbst ins Zentrum setzen, sind mit ihren Ideen
nicht mehr alleine, können sich an ein grosses Publikum wenden,
können
mit Interessierten in einen Dialog treten.
- Websites oder andere Plattformen und Dienste im Netz (Blogs, Wikis) eignen sich gut für Gemeinschaftsprojekte.
- Wenn Privatpersonen, Schülerinnen, Lernende eine Website
gestalten, sind es häufig Dienstleistungen für eine
Netzgemeinschaft (Linksammlungen, Archive, Listen). Solche Dienstleistungen
fördern ebenfalls Kontakte.
- Webpublishing ist ein kreatives Umfeld, aus welchem Lernende
Selbstbewusstsein schöpfen können. Lernende können
durch eine persönliche Website sich
selbst besser kennen lernen. Dies unterstützt die Identitätsfindung
junger Menschen.
- Der Einsatz des Internet ist sinnvoll bei einem Projekt, das
ohne Internet nicht in der gleichen Weise durchgeführt werden
kann (örtliche und zeitliche Distanz).
- Tipp für Lernende und Lehrpersonen: Das Netz verleitet
sehr zum Wegsurfen, da «unterwegs» viel Spannendes gesehen und
gelernt wird. Manchmal hilft es, wenn Lernende sich bei einem
Thema eine Zeitlimite setzen.
Quellen
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