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Zuerst drei Referate von Frau PD Dr. Dr. S. Käppeli und anschliessend verschiedene Ressourcen zu Pflegeforschung, Pflegequalität und Pflegekonzepte.
Referat von Frau PD Dr. Dr. Silvia Käppeli an der Fachtagung Pflegeforschung - praxisnah! vom 19.9.2006, FHS St.Gallen. Auszug aus dem Fazit:
Wie absolut kann und soll also die Pflegeforschung die Pflegepraxis kontrollieren, welche Grenzen muss sie überwinden, welche muss man ihr setzen und welche anderen Komponenten sind zur Erreichung von ‹best practice› noch wünschenswert? Diese Fragen können kaum abstrakt und ein für allemal beantwortet werden. Aber ich glaube ein Blick auf unsere Nachbardisziplin - die Medizin - zeigt, dass eine einseitige wissenschaftliche Ausrichtung, eine wissenschaftliche Ausrichtung unter Ausschluss anderer Erkenntnisweisen (z. B . der Erfahrungsdimension) sowie die ausschliessliche Förderung der wissenschaftlichen Kompetenz der Praktiker dem Ergebnis nicht besonders förderlich ist. Die Medizin könnte besser sein als sie ist, sie weiss es, und es kostet sie grösste Anstrengungen, sich zu verändern. Daraus sollten wir – als junge Wissenschaft – lernen. Ein bewusster Verzicht auf bestimmte Methoden der Erkenntnisgewinnung kann zur Folge haben, dass Patienten potenziell wirksame Pflegeoptionen vorenthalten oder dass sie falsch versorgt werden. ......
lernundenter: aktueller differenzierender Artikel zu Pflegewissensschaft und Pflegeforschung. Ausgezeichnet ist auch, dass er auf dem Netz lesbar ist! Ein Dankeschön der Referentin Frau PD Dr. Dr. S. Käppeli. PDF 500 KB
Die wissenschaftliche Herausforderung in der Pflege, Tagung der Hochschule für Gesundheit Fribourg 12.4.2005, Dr. Silvia Käppeli, Leiterin Entwicklung & Forschung Pflege Universitätsspital Zürich. Die Einleitung:
Der Schwerpunkt dieser Tagung liegt auf dem Thema Wissenstransfer. Ich habe den Titel meines Vortages absichtlich als Frage formuliert, denn die Fachliteratur propagiert, dass die Theorie einer angewandten Wissenschaft einerseits aus der Praxis entwickelt werden muss, anderseits das Erfahrungswissen der Praktikerinnen diese Theorie wiederum modifiziert, bis sie Gültigkeit erlangt. Ich möchte heute mit Ihnen über diese Behauptungen nachdenken. Bevor wir jedoch zum Kern des Themas vordringen, müssen wir uns bewusst machen, dass der Theorie-Praxis-Transfer nicht in einem Vakuum stattfindet. Er impliziert immer Veränderung des Bestehenden: kognitive, emotionale, soziale und praktische. Die Übernahme von neuem Gedankengut aus der Pflegewissenschaft oder aus den Bezugswissenschaften der Pflege stellt sowohl das kollektive Erbe unseres Berufes als auch unsere persönlichen Überzeugungen immer wieder in Frage.
lernundenter: ein nachdenklicher und diskussionswerter Artikel, Frage nach dem Theorie-Praxis-Transfer werden dargestellt. Die Auseinandersetzung ist ein Muss für uns Pflegepersonen. PDF 128 KB
Silvia Käppeli, Leiterin Zentrum für Entwicklung und Forschung Pflege (ZEFP) UniversitätsSpital Zürich, Juli 2004. Auszug als Motivationsträger für den Artikel:
Der gesellschaftlich-berufliche Vertrag der Krankenpflege
Seit der Wende vom 19. zum 20 Jh. ist in den deutschsprachigen Ländern der Auftrag des Pflegeberufes in einem gesellschaftlich-beruflichen Vertrag zur Sicherstellung einer professionellen Versorgung der Bevölkerung geregelt. In dieser formalen Reglementierung von Rechten und Pflichten auf Seiten verpflichten sich beide Vertragspartner, das Ihre zu leisten, um eine optimale Versorgungsqualität hervorzubringen (Fritschi 1990 für die Schweiz). In der objekt-bezogenen, vertraglichen Regelung des Grundverhältnisses zwischen Beruf und Gesellschaft können nicht alle Einzelheiten festegelegt werden. Der in dieser Form nicht reglementierbare Teil muss durch ergänzende Abmachungen sichergestellt werden. Dies gilt insbesondere für die subjekt-bezogenen ethischen Prinzipien, welche das Verhältnis zwischen Patienten und Pflegepersonal leiten (ICN 2000, SBK 2003). Sie ermutigen zu einer bestimmten Art pflege-therapeutischer Beziehung und zu einem definierten professionellen Arbeitsstil. Aus der Anwendung des ethischen Kodex erwächst dem Beruf gesellschaftliches Ansehen sowie Vertrauen von Seiten der Gesellschaft. Sowohl der gesellschaftlich-berufliche Vertrag als auch der Ethikkodex kommen auf kollektiver, institutioneller und individueller Ebene zum Tragen.
lernundenter: dieser Artikel regt wirklich zum Nachdenken und zur Reflexion an und enthält am Schluss eine mehrseitige interessante Bibliografie. PDF 236 KB.
mit einer grossen weltweiten Linkliste.
das Sammeln von Informationen zu kritischen Ereignissen über eine bestimmte Zeit, um Korrekturen zu ermöglichen resp. kritische Ereignisse zu vermeiden.
Netzwerk mit dem Thema: Verfassen, Aktualisieren und Verbreiten systematischer qualifizierter med. Übersichtsarbeiten, Datenbank, Literatursuche, Gewähr von peer-reviews.
Deutscher Verein für Pflegewissenschaft und Forschung mit nationalen Links. Interessante Stellenausschreibungen für Pflegewissenschaftlerinnen national und international.
lernundenter dankt herzlich! Wir empfehlen Ihnen die Site für regelmässige Besuche und den Newsletter, welcher auch über Tagungen (z.B. Evidenzbasierte Pflege) informiert.
In vielen Ländern wird der Pflegeprozess elektronisch und mit Hilfe von pflegerischen Terminologien dokumentiert. Der Entwicklungsstand ist unterschiedlich, wie auch Erfahrungen aus der Schweiz zeigen. Im Kanton Zürich ist die Einführung elektronischer Patientendossiers in den meisten Einrichtungen des Gesundheitswesen geplant oder schon realisiert. Die Pflegedienstkommission (PK) der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich strebt eine Integration des Pflegeprozesses und der Leistungserfassung in der Pflege (LEP) in einem elektronischen Patientendossier an. Keine der verfügbaren EDV-Lösungen erfüllt entsprechende Anforderungen -soweit definiert- befriedigend. Deshalb setzte die PK im Mai 2004 ein Projektteam ein, das Empfehlungen anhand bestimmter Zielsetzungen ausarbeiten soll. Inzwischen gibt es den Bericht ‹Die Abbildung des Pflegeprozesses im elektronischen Patientendossier - das Zürcher Datenmodell›, ein PDF-Dokument (Version 1. Oktober 2006) und ein Präsentationsvideo. Im Video (Flash, Dauer: 17 Min.) wird am Beispiel der ‹Patientin mit Pflegediagnose akute Schmerzen› die elektronische Dokumentation des Pflegeprozesses durchgespielt.
lernundenter: das elektronische Patientendossier wird in vielen Institutionen in der nächsten Zeit eingeführt. Das Video gibt einen differenzierten und praktischen Einblick.
Seiten des Pflegedienstes des Universitätsspitals Zürich. Die Elemente des Pflegeprozesses sind definiert und beschrieben.
lernundenter: ausgezeichnet und empfehlenswert sind auch weitere Seiten aus dem Pflegedienst des Universitätsspitals Zürich mit z.B. dem Anamnesegespräch mit Angehörigen, die Braden-Skala zur Erfassung des Dekubitusrisikos, Schmerzassessment, Pflegediagnosen, Evaluationsinstrumente.
Isabelle Romano, Berufsschullehrerin und Qualitätsbeauftragte an der Gesundheits- und Krankenpflege Schule Diplomniveau ll Lindenhof Bern, Evaluatorin und freiberufliche Hebamme im Bereich Kursleitung Geburtsvorbereitung, Schwangerschaftsgymnastik und Beckenbodentraining. Im Rahmen des Nachdiplomstudienganges Evaluation an der Koordinationsstelle für Weiterbildung an der Universität Bern führte sie während des Studiums an der Schule ein internes Evaluationsprojekt zum Thema Prüfen und Beurteilen durch. Die Diplomarbeit legt die Basis für Qualitätsentwicklungs- und Sicherungsmassnahmen.
mit Verlagen, Datenbanken, einer grossen Linksammlung, Lexika usw.
Standardisierte Pflegefachsprache zur Abbildung von pflegerischen Behandlungspfaden. Leistungstransparenz und Qualitätssteuerung im Gesundheitswesen. Hrsg: Pia Wieteck mit einem Vorwort von Sabine Bartholomeyczik und Textbeiträgen von Berger Simon, Opel Britta, Reto Odermatt. Aus dem Inhalt: Darstellung der wissenschaftstheoretischen Hintergründe, Entstehung und Entwicklung der Pflegefachsprache, Aufbau, Struktur, Definition und Zielsetzung von ENP®. ENP® im Praxiseinsatz: Welche Pflegediagnosen werden verwendet? (Ergebnisse von Datenbankauswertungen). Anforderungen an eine Pflegefachsprache zur Pflegeprozessdokumentation.
deutsch- und englischsprachige Site. Empfehlenswert ist das Stöbern und Downloaden von Publikationen der IPW-Veröffentlichungsreihe. Die Linksammlung umfasst gesundheits- und pflegepolitische Organisationen, Pflegeforschung.
mit Lehrplan, Studieninformationen, Pflegequalität, Weiterbildung, Impulsveranstaltungen, Pflegeatelier.
Aus der Website: 'Das Ziel der ICNP ist, eine gemeinsame Sprache zur Verfügung zu stellen, die Vergleiche von Pflegedaten zwischen Menschengruppen (Populationen), Umständen (Settings), geografischen Gebieten und der Zeit ermöglicht'. Seit 1989 wird die Entwicklung der ICNP vom ICN bearbeitet. Mit der gemeinsamen Website haben die ICNP-Nutzergruppen von Deutschland, Österreich und Schweiz jetzt eine gemeinsame Informationsplattform. Auf der Webseite finden Sie ICNP-relevante Links. Sie können sich in einer Mailingliste anmelden, wenn Sie über die Entwicklung informiert werden möchten.
französische Pflegeforschung-Site mit den Zielen Entwicklung, Ausbildung und Unterhaltung von Forschung national und international.
Instrument für die Messung der Pflegeleistung.
des Tufts Managed Care Institute, Boston, ein Glossar mit Begriffen für Qualität in der Pflege.
mit Arbeiten und Links zu Forschung in der Psychiatrie.
Es geht beim Projekt Nursing Data um Daten, welche die nichtmedizinische Betreuung widerspiegeln, in die Gesundheitsstatistik zu integrieren. Ausserdem eine Mailingliste und eine wichtige Linksammlung, 4-sprachige Site.
Seite mit vielen Links zu diversen Pflegetheorieseiten (englisch) von der Uni von Alberta (Canada) mit Tipps an die Studentinnen für die Literaturrecherche.
lernundenter: empfehlenswert, englisch, ausgezeichnete Zusammenstellungen und Informationen.
Referat mit Powerpoint zu Theorien und Modellen der Pflege von V. Tiehl 2002 (PDF 96 KB).
lernundenter: hilfreich, um Ideen und Ansätze eines Referats zu finden, sinnvoll für eine Einführung und zum Überblick, aktuell, ausgezeichnete Zusammenstellung für Schulung und Information, z.b. Theorientwicklung in der Pflege, die Elemente qualifizierter Pflege.
Das psychobiographische Pflegemodell nach Prof. Böhm stellt zweifellos den vielseitigsten und entwicklungsfähigsten Ansatz im Bereich der Betreuung von psychisch veränderten alten Menschen dar. Schlüsselwörter: aktivierende Pflege, reaktivierende Pflege, Übergangspflege, Biographie. Download des PDFs 42 KB.
Qualitätsentwicklung - Pflegeausbildung - Netzwerk NRW, ein internetbasiertes Informationssystem für Pflegeschulen, Ziel: den Informationsaustasuch zwischen Lehrkräften an Pflegeschulen zu verbessern. Projekte, zahlreiche Links, Rezensionen, Abschlussarbeiten, Unterrichtsentwürfe zum Download (Registrierung notwendig).
Aus der Website: «Die Robert Bosch Stiftung verkörpert innerhalb der Verfassung des Hauses Bosch die gemeinnützigen und sozialen Bestrebungen des Firmengründers und Stifters Robert Bosch (1861-1942). Sie ist eine der großen unternehmensverbundenen Stiftungen in Deutschland und wurde 1964 gegründet. Die Stiftung verwendet die Einnahmen satzungsgemäß für folgende Zwecke: Gesundheitspflege, Völkerverständigung, Wohlfahrtspflege, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften».
Pflege in Theorie und Praxis: Ziel dieses Schwerpunktes ist es, den wechselseitigen Transfer zwischen Theorie und Praxis in der Pflege zu stärken. Um eine bessere Kooperation und den Austausch zwischen Praxiseinrichtungen und Hochschulen zu fördern, unterstützt die Stiftung seit 1998 Kooperationsprojekte zwischen diesen Bereichen. Dabei arbeiten Pflegeeinrichtungen mit Vertretern unterschiedlicher Studiengänge oder anderen wissenschaftlich arbeitenden Institutionen oder Arbeitsgemeinschaften zusammen. Projekte und die Abschlußberichte sind über den Link «Projektberichte» zu finden.
lernundenter: ausgezeichnet, wissenschaftlich fundiert, ein Fundus und Vernetzungspunkt für die Pflegeentwicklung.
Die Stiftung für Patientensicherheit hat im Oktober 2006 ein Merkblatt herausgegeben zur Kommunikation bei Zwischenfällen: Kommunikation mit Patienten und Angehörigen nach einem Zwischenfall: PDF 2 Seiten, gratis. In aussagekräftigen Bildern sind die wichtigsten Merkmale aufgezeigt, begleitet von kurzen Texten. Auch das Kleingedruckte (z.B. Quellen) ist interessant, im ausgedruckten PDF jedoch kaum mehr lesbar. Für Fr. 3.50 gibt es jedoch ein 6-seitiges PDF zu bestellen oder für Fr. 30.-- ein Begleitdokument. Zwei weitere interessante und gut gemachte Dokumente herausgepickt: Der zentralvenöse Katheter, Nutzen versus Risiko und Awareness existiert!*
* Awareness – von to be aware = wahrnehmen – beschreibt ein Wahrnehmen von Ereignissen während einer Anästhesie. Das Spektrum der Awareness erstreckt sich von einem völlig belanglosen ‹sich Erinnern› an ein Ereignis während der Anästhesie bis zum schweren, invalidisierenden Trauma. Quelle: Zeitschrift Krankenpflege 1/2007 S. 6.
von Eliane Gugler, Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe des Kantons Luzern, Schule für Gesundheits- und Krankenpflege DN II E auf ‹hf-pflege›.
Die Mehrheit der Pflegefachpersonen und Verantwortlichen der Praxis sind sich heute der Vorteile einer evidence-basierten Pflege bewusst. Da in der Pflege nicht alles naturwissenschaftlich beweisbar ist, ist es umso wichtiger, dass der Begriff Evidence breit definiert wird.
Die Themen: Einführung in den Begriff ‹Best Practice›, Wissensmanagement: Wissensquellen in der Pflege (Empirie, Ethik, Persönliches Wissen, Intuitives Wissen), Wissenschaft: Paradigmen (Positivistisches und Naturalistisches Paradigma), Theorie: Induktion und Deduktion, Theorie und Forschung, Pflegetheorie: Abstraktionsniveau und Reichweite von Theorien, Metaparadigmen, Überblick über Metatheorien, Pflegeforschung, Qualitativ oder Quantitativ - Gegenüberstellung von Merkmalen, Überblick über den Forschungszyklus, Forschungsproblem, Hypothese und Forschungsfrage, Quantitative und Qualitative Forschungsdesigns und Kombinationen deren, Population und Stichprobe, Gütekriterien, Pflegeforschung und Ethik, Datenanalyse und Interpretation, kritische Würdigung von Forschungsartikeln, Literaturrecherche, Evidenz-Based Nursing: Begriffe, Evidenzstufen, Definitionen, Schritte, Einflussfaktoren, Forschungsanwendung: Diffusion, Diffusion of Innovation Model, Implementation von Veränderungen, Stetler Model, IOWA Modell, Hindernisse bei der Einführung von Forschung, Fördernde Faktoren (Facilitatoren)
lernundenter: ausgezeichnet, unbedingt lesen ! Download des MS-Worddokumentes (672,5 kB)
News, kleine Linksammlung, Zusammenfassungen von einzelnen Forschungsarbeiten, Weiterbildungsprogramm.
Deutsche Gesellschaft für
Pflegewissenschaft e.V.